Neueste Kritiken: Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis - Seite 2
Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis
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GamePrince
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4,0
Veröffentlicht am 30. Juni 2016
Zwar könnten Nightcrawler und Interstelllar vom Szenario unterschiedlicher kaum sein, aber viele Gemeinsamkeiten haben sie dennoch.
Beide haben charismatische Hauptdarsteller, die eine oscarreife Leistung an den Tag legen und beide behandeln ein aktuelles sowie ernstes Thema, welches alles andere als lustig ist.
Bei Nolans Sci-Fi-Meisterwerk ging es um die Erderwärmung und dem Ende der Welt, was spektakulär, unterhaltsam und packend inszeniert wurde. Hier geht es um den Wunsch der Nachrichtenzuschauer möglichst grauenhafte Aufnahmen und News zu bekommen.
Auch steckt in beiden sehr viel Sozialkritik und bei diesen Ähnlichkeiten ist ein Vergleich trotz verschiedenen Szenarien wohl angebracht. Dabei ist die entscheidende Frage: Bringt Nightcrawler das alles genau so großartig rüber?
Von der Atmosphäre auf jeden Fall. Denn die meisten und wichtigsten Szenen finden in der Nacht oder am frühen Morgen statt, wodurch der Film von Anfang an eine großartige düstere Atmosphäre einfängt und diese über die gesamte Laufzeit von fast zwei Stunden hält.
Ergänzt und abgerundet wird diese Atmosphäre schließlich von den Vorfällen, die Gyllenhaals Charakter Lou Bloom fürs TV aufgezeichnet werden. Dabei bekommen wir anfangs nur ein paar blutige Unfälle und Verletzte zu sehen, später steigert sich die Dramatik der Aufnahmen jedoch konsequent und es ist von Toten, über Verfolgungsjagden bis hin zu Schießereien alles dabei, was die Masse heutzutage sehen will. Je brutaler und einmaliger, desto besser fürs Geschäft.
Dabei sehen wir dann die interessante Entwicklung von Bloom, der Anfangs nichts mit dem Aufnehmen solcher Vorfälle zu tun hat, sich dann aber im Laufe des Films daran bereichert. Das Aufnehmen wird zur Droge und er bekommt nicht genug davon, zumal er weiß, wie man verhandelt, wodurch er alle mit der Zeit eiskalt abzockt. Und um mehr zu bekommen, muss er mehr bieten, weswegen er im späteren Verlauf vor nichts mehr zurückschreckt. Er betritt gesperrte Tatorte, behält wichtige Informationen für sich und schreckt nicht einmal davor zurrück, bewusst Menschenleben zu opfern, was gegen Ende des Films zeigt, wie krank und verrückt er geworden ist, was ihn gleichzeitig aber auch reich gemacht hat.
Diese ganze Geschichte rund um die Entwicklung von Bloom, sowie das Bedürfniss der Nachrichtensender und deren Interessen, wurden sehr interessant umgesetzt und ich wollte immer wissen wie es wohl weitergeht, was wohl als nächstes passiert. Dadurch kommt nie Langeweile auf und uns wird die Frage gestellt: Ist das richtig so? Sind wir solche Zuschauer? Wollen wir das wirklich? Und ist es ok, wenn es bestimmte Zuschauer wollen? Sind nicht die Zuschauer, die Kranken, da sie ja nicht immer die gleichen langweiligen Nachrichten sondern mehr sehen wollen?
Sehr interessant ist der Film also auf jeden Fall gemacht.
Und neben der bereits erwähnten Atmosphäre glänzt der Film vor allem mit der oscarreifen Leistung Jake Gyllenhaals. Ich habe zwar schon bessere Filme mit ihm gesehen (an erster Stelle denke ich dabei an Prisoners), aber eine bessere Darstellung einer Person hab ich von ihm bisher nicht erlebt. Er spielt diesen erfolggierigen Geschäftsmann der nicht genug bekommt und dafür eiskalt alles tut perfekt und gibt damit einen unglaublichen Antihelden ab, den man einfach nicht hassen, aber genau so wenig mögen kann.
Trotz all der Brillianz ist der Film aber nur ein Nischenfilm, da er wenig Wert auf Unterhaltung legt. Humor wird sehr klein geschrieben, es gibt keine optischen Schauwerte (von den Schauspielern abgesehen), die wenigen Actionszenen rechtfertigen den Kinogang bei weitem nicht und spannend ist der Film auch nur an wenigen Stellen. Der Film lebt alleine von Jake Gyllenhaal, der die interessanten und düstere Story und damit fast den ganzen Film nahezu allein trägt.
Fans von atmosphärischen Filmen mit interessanten Geschichten dürfen sich den Film nicht entgehen lassen, denn ein solches Highlight gibt es nicht alle Monate.
Fans von unterhaltsamen Hollywood-Blockbustern sollten aber einen großen Bogen um den Film machen.
Fazit: Nightcrawler ist eine großartige Medieansatire mit einem noch großartigeren Jake Gyllenhaal. Zwar ist der Streifen nur in wenigen Momenten so richtig spannend und auch die Actionszenen lassen sich an einer Hand abzählen, dafür bekommt man aber eine packende Atmosphäre, kombiniert mit einer sehr interessanten Thematik und einer oscarreifen Performance von Gyllenhaal. Dennoch ist der Film nur für Fans des ruhigen Genres zu empfehlen, da man sehr viel Aufmerksamkeit für den vollen Filmgenuss mitbringen muss. Für Fans von z.B. Drive ist der aber Film Pflichtprogamm.
Zuallererst: Gebt Jake Gyllenhaal endlich einen Oscar!! Wie realistisch er hier den Psychopathen spielt, ist erschreckend (gut) ! Als Mediensatire funktioniert der Film perfekt! Diese scheiß Nachrichtengeilheit der Medien *kotz* Die Bilder des nächtlichen L.A. sind klasse gemacht & die stimmungsvolle Musik tut ihr übriges!
Genialer Streifen über das so genannte "Nightcrawling", welches hier besonders in der Unterwelt von L.A. beleuchtet wird. Dan Gilroy traut sich dieses brisante Thema zu verfilmen und landet somit einen absoluten Volltreffer, nicht zuletzt auch wegen der großen schauspielerischen Kunst von Jake Gyllenhaal. Er verkörpert den zwielichtigen, titelgebenden Soziopathen so herausragend gut, dass der Zuschauer ihn einfach nur abgrundtief hasst. Die Länge des Films gibt der Hauptfigur eben das nötige Entwicklungspotenzial.
Das Drehbuch hat nicht das volle Potential dieser Story entfalten können. Der ruhmgeile, fast schon besessene Nightcrawler, der Nachts durch die Straßen zieht um für den sensationsgeilen Zuschauer daheim die neusten Mord- und Unfallbilder einzufangen. Schauspielerisch gibt es an Jake Gyllenhall nichts auszusetzen, der wieder einmal unter Beweis stellt was für ein genialer Schauspieler er ist. ---------- Mir persönlich feht ein wenig die Spannung in diesem Film. Lou Blooms Charakter bietet so viel Potential für einen spannenden, gruseligen und schockierenden Filmabend. ---------- Am Ende stellt man bloß fest, dass Bloom ein machtgeiles A***** ist - der Gordon Gekko der Nightcrawler Szene sozusagen. Und das ist kein befriedigendes Ende einer so anziehenden und bis dato gut erzählten Geschichte.
Nightcrawler ist nervenkitzelnd und schonungslos. Dieser Thriller bietet großartige Dialoge und einen überragenden Hauptdarsteller. Jake Gyllenhaal in seiner vielleicht besten Darstellung. Mir gefällt seine stets ernste, ehrgeizige und besessene Rolle die er in Perfektion verkörpert. Das Finale ist gut durchdacht, unerwartet und daher sehr gelungen. Zu Recht verdiente Nominierungen für den Golden Globe und Oscar.
"Nightcrawler" ist wirklich ein außergewöhnlich guter Film. Zwar erkennt man als Zuschauer rasch, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt, aber die Art und Weise der Umsetzung ist einfach so brilliant, dass dadurch keineswegs Spannung verloren geht. Stattdessen fesselt die Inszenierung und allen voran die grandiose Performance von Jake Gyllenhall zu jedem Zeitpunkt.
Man wird immer tiefer in den Strudel hineingezogen, je mehr sich die wahre Natur des Protagonisten entfaltet und wird letztlich Zeuge einer Geschichte, die auf mehreren Ebenen einfach hervorragend funktioniert: als bitterböse Medienschelte, die den Finger mitten in die Wunde legt und dann noch schön genüsslich umdreht; als intensive Charakterstudie eines beängstigend real wirkenden Soziopathen (Jake Gyllenhall muss ich einfach nochmals hervorheben, denn das ist ganz großer Sport) und als spannender Thriller. Geradezu mühelos schafft der Film die Wanderung zwischen diesen Richtungen, Tempowechsel wirken nie zu inszeniert, sondern folgen einem Spannungsbogen, der sich immer weiter steigert, bis hin zum furiosen Finale.
Ein must-see. Mir fällt nichts ein, was man an diesem Film hätte besser machen können, ergo volle Punktzahl.
Eigentlich bin ich eher der Typ der den Trand mit geht und das auch mit den Filme aber komischerweise ist bei Nightcrawler nicht so. Ich will mal die sache sagen was mir gefallen halt: Der Film zeigt die dunkle art der Nightcrawler, Obwohl solche Typen in echt Vollpfosten sind. Die Spannung ist da hält sich aber eher zu Boden, aber der wohl größte ist der Jake Gyllenhaal der den Psychopaten so gut spielt und das mein ich ernst da er in Film nur wie ein Krimineller herüber kommt. Aber jetzt die Tiefpunkte: zu wenig Blut, schlechtes Drehbuch, fehlende Umsetzung der Story, unpassende Filmmusik. Fazit: Für ein Filmdebüt nicht schlecht aber fürs Kinos ein Durchschnittlicher-Thriller-Quatsch.
Guter Film mit einem herausragenden Jake Gyllenhaal. Er spielt die Rolle so überzeugend, dass man sich sogar etwas vor diesem emotionslosen, skrupellosen Charakter fürchtet und jede Menge Hass verspührt. Gyllenhaal verkörpert den perfekten Soziopathen, er hätte dafür meiner Meinung nach den Oscar verdient. Spannung lässt aber ein wenig zu wünschen übrig. Es wird nie wirklich brenzlig für den Hauptdarsteller. Die Kameraführung ist jedoch überragend. Die Bilder, die von LA bei Nacht eingefangen werden, versprühen viel Stimmung. Und nicht zu vergessen ist die Schlusssequenz mit der Verfolgungsjagd, die einfach nur genial ist.
[…]Der Vergleich von „Nightcrawler“ mit Martin Scorseses „Taxi Driver“ findet sich vielfach in den Besprechungen zu Gilroys L.A.-Thriller wieder. Kann wohl sein, dass „Nightcrawler“ der Film des 21. Jahrhunderts ist, der dem 1976-Meisterwerk am Nächsten kommt. Beide mehr als beunruhigende Studien ihrer jeweiligen, aufeinander aufbauenden Gegenwartskulturen, mit Hauptfiguren wie urbane Mythen, an die man kaum zu glauben wagt, Travis Bickle und Lou Bloom, Ritter einer abartigen (Selbst-)Gerechtigkeit, die durch den sozialen Zirkel und verrohte Submilieus (das Post-Vietnam-Amerika, die Politik und Prostitution in „Taxi Driver“, die Medien und das Internetzeitalter in „Nightcrawler“) auch noch auf anwidernde Weise gerechtfertigt werden. Eine Umwelt, eine Zeit, die zwei bis ins Extrem ausbrechende Soziopathen gebiert und aufpäppelt, zu Helden wachsen lässt, den menschenverabscheuenden Taxifahrer in New York, den menschengleichgültigen Newshunter in Los Angeles.[…]Blooms Erfolg ist eine so kinetische wie abstoßende from rags to riches-Storys, Blooms Glückserlebnisse und Karrieresprünge unterlegt James Newton Howard mit Triumphklängen, wo eigentlich nichts als Anklage für dieses widerwärtige Subjekt überwiegen kann. Da spielt Gilroy hintergründig mit den schulterschlüssigen Mechanismen strukturverwandter Erbauungsfilme[…]„Nightcrawler“ ist das Negativ zu positiver und hoffnungstiftender Ermunterungsunterhaltung wie „The Pursuit of Happyness“ und handelt doch selbst nach den Mustern des Unterhaltungsfilms, mit bitterbösem Witz, atemstockender Spannung, einnehmenden Schauspielleistungen, einer perfekt eingefangenen Großstadtkulisse, L.A.-Eye Candy von Venice Beach bis in die Vororte – „Nightcrawler“ hat das alles und zeigt es in der pervertiertesten Art und Weise.[…]Elektrisierender Großstadt-Thriller, bitterböse Gegenwartsstudie, entlarvende Medienlektion und brillant gespieltes, abgründiges Charakterdrama – „Nightcrawler” wird in diesen Punkten vielleicht mal eine ähnlich nachhallende Bedeutung wie Scorseses „Taxi Driver” haben.[…]
Einzigartige Story, die bis zum" bitteren" Ende stringent umgesetzt wurde.Grandioser soziopathischer Thriller, mit tollen nächtlichen Einstellungen,handwerklich Perfekt, der über die gesamte Dauer hinweg Spannung aufbaut, und im Kern schonungslos die Wahrheit unserer gesellschaftlichen und medialen Kultur zeigt.Beste Leistung von Jake Gyllenhaal in seiner Karriere.