Vergiss mein nicht
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Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

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5,0
Veröffentlicht am 11. August 2025
„Blessed are the forgetful, for they get the better even of their blunders.“

Gleich vorweg: Ich werde zwar nichts Wichtiges spoilern, muss jedoch auf die Handlung eingehen. In meinen Augen ist selbst die es wert nicht verraten zu werden. Wen das allerdings nicht stört, kann beruhigt weiterlesen. Trotzdem empfehle ich den Film ohne Trailer oder Zusammenfassung zu sehen.

Selten will ich einen Film unbedingt sehen aufgrund des Drehbuchschreibers. Aber Charlie Kaufman hat das bei mir geschafft. Für mich ist er einer der innovativsten Leute in der Filmbranche. Seine Werke sind seit 1999 allesamt faszinierend, facettenreich und vor allem zeitlos. Zuerst arbeitete er mit Spike Jonze („Being John Malkovich“ & „Adaptation“), George Clooney („Geständnisse“) und schließlich mit Michel Gondry. 2004 entstand in dieser Zusammenarbeit der einzigartige Film „Vergiss mein nicht!“ (im Original „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“) mit Jim Carrey und Kate Winslet. Hier begann der Durchbruch für Kaufman, denn er gewann hierfür (absolut verdient) den Oscar fürs beste Drehbuch. Winslet war zudem noch für die Trophäe der besten Hauptdarstellerin nominiert. Auch wenn die Oscars mittlerweile längst nicht mehr den Stellenwert haben, den sie einst repräsentierten, so ist es doch fast schon lachhaft, dass „Vergiss mein nicht!“ nur diese zwei Nominierungen erhielt. Gondrys Film war seiner Zeit deutlich voraus und wäre heutzutage ganz anders aufgenommen worden, wie auch Paul Thomas Andersons „Punch Drunk Love“ von 2002. Fun Fact: Komponist Jon Brion war an beiden Filmen beteiligt, „Vergiss mein nicht!“ und „Punch Drunk Love“. Doch nun zum Meisterwerk von Michel Gondry und Charlie Kaufman.

Joe Barish ist introvertiert, schüchtern und findet sich selbst uninteressant. Doch als er auf die farbenfrohe und energiegeladene Clementine trifft, verändert sich sein Leben. Leider zerbricht die Beziehung und Joel erfährt, dass Clem ihn aus ihrer Erinnerung gelöscht hat mittels eines neuen Verfahrens. Joel beschließt dasselbe zu tun und wendet sich an Dr. Mierzwiak. Der erklärt ihm die Prozedur und wir erleben nun langsam mit, wie Clementine aus Joels Gedächtnis gelöscht wird…

Glücklicherweise wusste ich nichts über den Film, aber das ist mittlerweile für mich Normalität geworden. Keine Trailer, es sei denn es ist ein großer Hollywood-Blockbuster.
Wie beschriebt man einen Film wie „Vergiss mein nicht!“? Wie beschreibt man generell einen Kaufman-Film bzw. ein Kaufman-Script? Es ist sehr schwer. Man könnte ganze Filmanalysen schreiben, woran man schonmal erkennt, dass seine Werke unfassbar facettenreich und ausgeklügelt sind. „Vergiss mein nicht!“ nimmt hier einen besonderen Platz ein. Waren Kaufmans Werke vorher meist auf einer humorvollen, absurden Ebene eingeordnet, so geht er hier eine deutlich emotionalere Schiene. Nicht, dass das besser oder schlechter wäre, aber es machte das Drehbuch denk ich zugänglicher für viele Zuschaue. Klischeehafterweise muss auch ich sagen, dass „Vergiss mein nicht!“ mich tief berührt hat.

Regisseur Gondry inszeniert Kaufmans intelligentes und spektakuläres Script mit viel Intimität, was sich besonders durch die tolle Kamera von Ellen Kuras und den Schnitt von Valdís Óskarsdóttir zeigt. Gerade wenn es deutlich absurder zugeht, erhält der Film seine einzigartige Note. Und Kaufman schafft es trotz vieler klarer Parallelen zu seinen anderen Werken, jede Arbeit frisch und neu wirken zu lassen. Er hat zwar seinen Stil, aber der ist extrem variabel. Natürlich funktioniert der Film super, wenn man nichts über die Ereignisse weiß, da es hier und da einige starke Wendungen gibt. Aber Kaufman hat die seltene Gabe einen Film auch trotz dieser Überraschungen sehenswert zu machen, weswegen man „Vergiss mein nicht!“ mehrmals ansehen sollte. Kleine und große Details im Hintergrund werden beim zweiten und dritten Mal Schauen mehr Aufschluss über die Figuren und ihre Handlungen bieten, was aber nicht heißt, dass man der Geschichte beim ersten Mal nicht folgen kann.

Kommen wir zum Cast, denn der macht den Film erst so richtig charmant! Jim Carrey ist ja durch seine humoristisch, durchgeknallten Rollen aufgefallen und berühmt geworden („Ace Ventura“, „Dumm & Dümmer“ oder „Die Maske“), aber wenn sein dramatisches Repertoire auspackt, ist er in meinen Augen einfach am besten. Er kann mich wirklich berühren und mitreißen, was er bereits in „Die Truman Show“ meisterhaft gezeigt hat. In „Vergiss mein nicht!“ hat er dies sogar noch übertroffen. Seine introvertierte Figur Joel wirkt echt und real, was sicherlich auch dem Script von Kaufman zu verdanken ist. Das Gleiche gilt auch für die große Kate Winslet. Dass sie eine tolle Schauspielerin ist, weiß sicherlich jeder, aber in Verbindung mit dem Drehbuch entfaltet sie ungeahnte Qualitäten. Die Figuren fühlen sich echt an und vor allem die Beziehung der beiden fühlt sich echt an. Ein Film, der die klassischen Hollywood-Beziehungen meisterhaft entromantisiert.
Auch der restliche Cast ist stark mit Elijah Wood, Mark Ruffalo, Kirsten Dunst und Tom Wilkinson. Deren Nebengeschichte kann zu Beginn etwas trivial wirken, findet aber gegen Ende eine wundervolle Berechtigung.

Ein letztes Wort zum Soundtrack von Jon Brion: Ein weiterer faszinierender Score, der oftmals im Kontrast zum Geschehen steht, was ich äußerst spannend finde.

Fazit: „Vergiss mein nicht!“ ist ohne Zweifel einer der besten Filme des ersten 2000er Jahrzehnts und eine der besten Romanzen, die ich je gesehen habe. Eine einzigartige Symbiose aus vielen verschiedenen Elementen. Gondry, Kaufman, Carrey und Winslet stehen hierbei an vorderster Front, da sie alle hier womöglich eine ihrer besten Arbeiten vollbracht haben. Ein zeitloses Filmjuwel!
Erreur : review introuvable ou mal formée.
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Helene Mydland
Helene Mydland

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5,0
Veröffentlicht am 25. Dezember 2022
En fantastisk film som setter sykdommen Dissosiativ Identitetsforstyrrelse på filmkartet! Filmmusikken laget av Kean er på min spilleliste for stabilisering. Jeg hører på den nesten hver dag.
Kino:
Anonymer User
4,0
Veröffentlicht am 21. Dezember 2020
Eine kreative, praktisch wie theoretisch clever umgesetzte Idee für Herz und Hirn. Vergiss mein nicht! kann wohl nur nicht wirken, wenn man nie geliebt hat, nie vergessen wollte und es nicht bereut hätte, die hier praktikable Option zu ziehen. Wir wären nicht so wie wir sind. Verlust und der Umgang damit gehören dazu, sind wichtig, sogar unabdingbar. Sollte es so was wie Schicksal oder wahre Liebe geben, dann findet sie eh ihren Weg. Was jetzt total kitschig klingt, ist im Kontext dieses Films eine herzlich durchdachte und formidable umgesetzte Quintessenz.
Christian Alexander Z.
Christian Alexander Z.

183 Follower 896 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 24. Mai 2020
Viel ist hier schon geschrieben, da möchte ich die wohlwollenden Kritiken nur ergänzen. Des Film ist eine tragikkomische Liebesgeschicht mit Fantasy- Elementen. Das Drehbuch strotzt nur so von kreativer Kraft und Ideen. Deshalb schafft der Film es sogar noch eine zweite Liebesbeziehung einzubauen und es gelingt damit lässig, die gesamte Zeit anspruchvoll zu unterhalten. Das vermeintlich Puzzle von zeitlichen Handlungsschnipseln, die eben den Erinnerungsfragmenten herrühren setzt dabei das Gesamtbild der Erinnerung so zusammen, wir es einjeder von uns - wenn er etwas älter ist - an sich selber nachvollziehen kann. Durchweg hervorragende Schauspieler, Kameraarbeit und Musik machen das Werk perfekt.
Kino:
Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 5. Februar 2019
Was macht das Leben aus? Nur eine der Fragen, die der Film in unglaublicher Schönheit klärt. Dazu eine geniale Abschlussszene (Stichwort: Okay...)
Thomas Z.
Thomas Z.

134 Follower 621 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 25. April 2018
Wow... ein Film, der das Unmögliche versucht, der Tiefe und Komplexität von Liebesbeziehungen gerecht zu werden... und: Überraschung, er schafft es spielend leicht und vollumfänglich. Unsicherheit, Selbstzweifel, Annäherung, hormoneller Ausnahmezustand mit Synapsenexplosionen, Vergänglichkeit, Vergessen und die Bewahrung der Erinnerung im Herzen. Alle Gefühlszustände in einem zeitlich vertrackten surrealen Konglomerat vorgetragen von zwei Künstlern, die über sich hinauswachsen. Jim Carrey, der bereits in der "Truman Show" andeutete und im "Mondmann" eindrucksvoll untermauerte, was für ein begnadeter Schauspieler er ist, muss man spätestens nach diesem Film jeden Lapsus in drittklassigen Komödien nachsehen, der Mann muss auch mal Geld verdienen, es sei ihm gegönnt. Was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, ist die von vielen männlichen Rezensenten vorgetragene Abneigung gegenüber Clementine.... durchgeknallt, psycho, anstrengend, unerträglich. Ich habe Kate Winslet selten besser gesehen  (Das Leben des David Gale, Little Children) und finde sie in ihrer Rolle absolut bezaubernd und ganz besonders. Charlie Kaufman und Michael Gondry haben ein Pladoyer für die Magie und die Erhaltenswürdigkeit von Liebe verfilmt, eine Ode an den Wert der Erinnerung.
Absolut sehenswert, aber Vorsicht! Charlie Kaufman-Drehbücher sind jenseits der landläufigen Sehgewohnheiten und Wahrnehmungsvorlieben anzusiedeln.
BrodiesFilmkritiken
BrodiesFilmkritiken

11.733 Follower 5.015 Kritiken User folgen

2,0
Veröffentlicht am 26. Dezember 2017
Na ok, Jim Carrey hat das Kalauern ein wenig hinter sich gelassen und versucht sich hier einmal mehr als „richtiger“ Schauspieler – und macht das wieder einmal alles andere als schlecht. Neben ihm in der Rolle des verklemmten Joels gibt es noch eine ganze Handvoll Prominenter Gesichter: „Titanic“ Star Kate Winslet als impulsive Freundin, „Frodo“ Elijah Wood als zwiespältiger Techniker, „Hulk“ Darsteller Mark Ruffalo als liebenswürdiger Gehirnbastler, „Ganz oder gar nicht“ Stripper Tom Wilkinson und natürlich „Spiderman“ Star Kirsten Dunst als zwar total kaputte, aber durchweg erotische Sprechstundenhilfe. Keine Frage, das sind echt gute Leute und in Schauspielerischer Hinsicht ist der Film echt gigantisch – nur leider erschließt sich mir der Rest nicht wirklich. Die wirre Erzählweise die aus verrückten und vielen Zeitsprüngen besteht und erst am Ende Sinn ergibt strapaziert enorm und ab dort wo der „Löschprozess“ eingesetzt hat wird der Film zu einem verrückten, durchgedrehten Bildersturm in dem die Szenerien schneller wechseln als Carrey das früher mit seinen Grimassen tat. Ok, fairer weise muß man sagen daß in all diesem Chaos so einige emotionale Momente enthalten sind die durchaus berühren, trotzdem aber alles weitere wird zu einem übermäßig strapaziösen Wechselbad der Szenen und der Gefühle, zwar toll gemacht, aber völlig verrückt und durch die tieftraurige Stimmung zermürbend und deprimierend.Fazit: Anstrengendes und wirres Drama das eine wirkliche Körperliche Anstrengung darstellt und mehr verwirrt als alles andere – dafür an einigen Stellen bewegt und mit phantastischen Darstellern punktet!
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