Diesen Tom-Hanks-Klassiker hätte Steven Spielberg am liebsten selbst gedreht: "Es war eine der erschütterndsten Erfahrungen"
Pascal Reis
Pascal Reis
-Redakteur
Pascal liebt das Kino von „Vertigo“ bis „Daniel, der Zauberer“. Allergisch reagiert er allerdings auf Jump Scares, Popcornraschler und den Irrglauben, „Joker“ wäre gelungen.

Ihren ersten gemeinsamen Film drehten Tom Hanks und Steven Spielberg 1998 mit „Der Soldat James Ryan“. Welchen Tom-Hanks-Klassiker der Meisterregisseur im Nachhinein auch gerne in Szene gesetzt hätte, verriet er in einem Interview.

Der Soldat James Ryan“, „Catch Me If You Can“, „Terminal“, „Bridge Of Spies – Der Unterhändler“ und „Die Verlegerin“: Im Laufe von zwei Jahrzehnten haben Tom Hanks und Steven Spielberg fünf Filme zusammen gedreht. Und damit noch nicht genug! Denn auch die aufwendig produzierten Kriegsserien „Band Of Brothers“, „The Pacific“ und „Masters Of The Air“ produzierte das prominente Duo Seite an Seite.

Aber gibt es wohl einen Film aus dem ziemlich hochkarätigen Schaffen von Tom Hanks, den Steven Spielberg außerdem gerne selbst in Szene gesetzt hätte? Den gibt es! In einem Interview mit dem Time Magazine (via Far Out) wurde dem „Jurassic Park“-Macher genau diese Frage gestellt – und lange überlegen musste er für eine Antwort nicht:

Philadelphia hat Steven Spielberg erschüttert!

„Ich muss ‚Philadelphia‘ sagen. Weil ich Tom wirklich gut kannte, als er ‚Philadelphia‘ drehte. Wirklich gut. Und gleichzeitig habe ich ‚Schindlers Liste‘ gemacht. Bevor wir alle zu unseren Filmen aufbrachen, schnitt sich Tom die Haare ab und brachte seine Familie an den Wochenenden zu unserem Strandhaus. Ich habe Videos von Tom ohne Haare mit Baseballkappe auf. Ich kannte die Geschichte, hatte aber das Drehbuch nie gelesen.“

Als Steven Spielberg dann zum ersten Mal das HIV-Drama „Philadelphia“ auf der großen Leinwand sah, hat es ihm schlichtweg die Sprache verschlagen: „Für mich ist der Beweis, dass man jemanden sehr, sehr gut kennt oder dass man jemanden überhaupt nicht kennt, aber seine Figur dafür sehr gut kennt, der Moment, als ich mir ‚Philadelphia‘ ansah und vergaß, dass ich diesen Mann überhaupt kannte.“

Für Steven Spielberg war aber nicht nur Tom Hanks' Leistung, für die er schließlich seinen ersten Oscar erhalten sollte, extrem eindrucksvoll. Auch auf den Film selbst hält der „E.T.“-Regisseur große Stücke:

„Eines der edelsten Statements, die ich je in einem Film gesehen habe. Eine bahnbrechende Leistung im sozialen Kontext und im Kontext der Toleranz. Es hat den Geist der Menschen für etwas geöffnet, dem sie damals sehr verschlossen waren. Ein Problem, das eine klare und gegenwärtige Gefahr für alle darstellte. Es war wirklich eine der erschütterndsten Erfahrungen, die ich je bei einem Film gemacht habe, den Schauspieler gut zu kennen, um dann festzustellen, dass ich die Figur nicht kannte.“

Tom Hanks hat es also geschafft, völlig hinter seiner Figur zu verschwinden. Ein Lob, das natürlich wunderbar ist, von einem Hollywood-Schwergewicht wie Steven Spielberg aber noch deutlich schmeichelnder wirkt. Die Möglichkeit, „Philadelphia“ zu inszenieren, stand für Spielberg übrigens nie wirklich offen. Nicht zuletzt, weil er mit „Jurassic Park“ und „Schindlers Liste“, die er Anfang der 1990er-Jahre parallel drehte, einfach keine Zeit gehabt hätte, noch einen weiteren großen Film zu verantworten. Am Ende aber ist „Philadelphia“ bekanntlich auch unter der Regie von Jonathan Demme zum Meilenstein avanciert.

In „Das Reich der Sonne“ ist Ben Stiller in einer seiner ersten Schauspielrollen zu sehen. Warum der „Verrückt nach Mary“-Star bei den Dreharbeiten eine Standpauke von Regisseur Steven Spielberg über sich ergehen lassen musste, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

"Ich habe es vermasselt": Beim Dreh dieses Kriegsfilms wurde Ben Stiller von Steven Spielberg zurechtgewiesen!

*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren