"Heute wird kastriert!": Trailer-Premiere zum viel gelobten "Milch ins Feuer" – ein Hohelied auf das Hohenlohische!
Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Schaut 800+ Filme im Jahr – immer auf der Suche nach diesen wahrhaftigen Momenten, in denen man dem Rätsel des Menschseins ein Stück näherkommt.

„Milch ins Feuer“ erzählt von lebendigen Frauen auf sterbenden Bauernhöfen. Aber nicht nur der authentische Blick, auch die gesprochene Sprache macht den Film zum Ereignis – den finalen Trailer gibt es jetzt exklusiv zuerst auf FILMSTARTS:

„Heute wird kastriert!“, rufen die jungen Frauen geradezu euphorisch, als sie im Dorffluss plantschen. Dabei geht’s zwar eher nicht um irgendwelche Männer, sondern um das Vieh im Stall, und trotzdem hat Justine Bauer mit ihrem Langfilmdebüt einen durchaus feministischen Film über das Leben junger Landwirtinnen geschaffen. „Milch ins Feuer“ bedient sich dabei nicht des verklärten Bio-Blicks der Städter, der sich zuletzt immer häufiger ins (Arthouse-)Kino eingeschlichen hat, sondern zehrt von den persönlichen Erfahrungen der Regisseurin, die selbst auf einer Straußenfarm aufgewachsen ist.

Aber da hört's noch lange nicht auf: Die Hauptdarstellerin wurde per Zeitungsannonce direkt aus der Region gecastet – und ihre drei realen Schwestern wurden direkt gleich mit besetzt. Dass im Film, der in der Region Hohenlohe spielt, natürlich auch die passende Mundart gesprochen wird, versteht sich bei diesem hohen Anspruch an die Authentizität fast von selbst (weshalb der Film auch mit deutschen Untertiteln gezeigt wird): Das Hohenlohische variiert in stark landwirtschaftlich geprägten Regionen von Dorf zu Dorf – und ist selbst dort unter jungen Menschen nur noch selten lebendig.

Darum geht's in "Milch ins Feuer"

Katinka (Karolin Nothacker) kämpft – leise, aber entschlossen – darum, den Bauernhof ihrer Familie in eine Zukunft zu führen, die zwischen Tradition und Wandel liegt. An ihrer Seite stehen Frauen, die das Bild der Landwirtschaft nicht bloß ertragen, sondern es mit Leben und Haltung füllen: allen voran die Mutter (Johanna Wokalek) und die Großmutter (Lore Bauer), zwei starke Stimmen aus unterschiedlichen Zeiten, vereint in Erfahrung und Beständigkeit.

Es ist ein gelebter Generationenbund, der trägt. Und da sind auch Katinkas Schwestern und Anna (Pauline Bullinger) – Verbündete, mit denen sie jede freie Minute am Fluss verbringt. Ein Ort, der still bezeugt, was sonst unausgesprochen bleibt: Sehnsucht, Widerstand, Zusammenhalt…

"Milch ins Feuer" ist bereits vielfach preisgekrönt

Besonders schön ist die Laudatio von Regisseurin Doris Dörrie („Nackt“), die als Jurypräsidentin den MFG-Star (ein renommierter deutscher Filmpreis, der seit dem Jahr 2000 von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg verliehen wird) an „Milch ins Feuer“ vergeben hat. Darin bezieht auch sie sich auf den speziellen Background von Regisseurin Justine Bauer: „Sie weiß also genau, wovon sie spricht. Ihren bestechend genauen Blick verwendet sie für eine fiktionale Erzählung und füllt sie an – mit poetischer Wucht, bestechenden Dialogen auf hohenlohisch und verblüffend reifer Bildsprache. Besetzt hat sie ihren Film fast ausschließlich mit Laien, die fantastisch präzise und gleichzeitig natürlich agieren. Mit ihrer besonderen Mischung aus dokumentarischen und fiktionalen Elementen erzählt Justine Bauer komisch und tragisch, anrührend und gewaltig vom Leben von Frauen auf dem Land.“

Weitere Auszeichnungen für „Milch ins Feuer“ umfassen:

  • 2024 Filmfest München: Förderpreis NEUES DEUTSCHES KINO Beste Produzentische Leistung
  • 2024 Göttinger Gänseliesel: Bester Spielfilm des europäischen Filmfestivals Göttingen
  • 2024 Förderpreis in der Kategorie „Film“ des Landespreises für Dialekt Baden-Württemberg
  • 2024 Prix du Jury 40eme beim Love Mons International Filmfestival
  • 2024 Premio a la distribucion #conunpack beim Ibiza Cinefest
  • 2022 Nominierung First Steps Award Bestes Drehbuch
  • 2021 Bestes Drehbuch Sehsüchte internationales Filmfestival

„Milch ins Feuer“ wird am 7. August 2025 in den deutschen Kinos anlaufen.

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