Johnny Depp und Tim Burton galten lange als kreatives Traumduo – an insgesamt acht Filmen haben der „Fluch der Karibik“-Star und der Regie-Exzentriker zusammen gearbeitet. Dabei ist auch der Film entstanden, bei dem es sich laut eigenen Aussagen um Depps absoluten Favoriten aus seiner Filmografie handelt: „Ed Wood“!

Depp schlüpfte darin in die Titelrolle des (vermeintlich) schlechtesten Regisseurs aller Zeiten, der von einer großen Hollywood-Karriere träumt – und im Jahr 1953 tatsächlich die Chance bekommt, erstmals bei einem Spielfilm Regie zu führen: dem längst zum Kultfilm avancierten Transvestitismus-Drama „Glen Or Glenda“, bei dem er selbst an der Seite von u.a. Dracula-Ikone Bela Lugosi die Hauptfigur verkörpert. Fehlendes Talent macht er dabei mit unerschütterlichem Enthusiasmus und einer fast naiven Leidenschaft fürs Filmemachen wett.
Das große Vorbild des realen Ed Wood war ein Regisseur und Schauspieler, der zu den ganz großen Legenden der Traumfabrik gehörte: Orson Welles! Dieser schrieb bereits mit seinem im Alter von gerade einmal 25 Jahren realisierten Langfilmdebüt „Citizen Kane“ (1941) Kinogeschichte – immer wieder wurde das Meisterwerk zum besten Film aller Zeiten gewählt. In den Jahren und Jahrzehnten darauf schuf Welles zahlreiche weitere Klassiker, darunter „Der Glanz des Hauses Amberson“, „Die Lady von Shanghai“ und „Im Zeichen des Bösen“.
Es gibt keinerlei Belege dafür, dass sich Wood und Welles jemals begegnet sind. Doch in seiner biografischen Tragikomödie schenkt Tim Burton seinem Protagonisten einen ganz besonderen Moment: In einer Bar trifft Wood rein zufällig auf sein Idol und kann ein paar Worte mit ihm wechseln, wobei Welles ihm einen entscheidenden Rat mit auf den Weg gibt: Wood solle möglichst immer die Kontrolle über seine Projekte behalten – ganz egal was passiert.
Gespielt wird Orson Welles von Vincent D'Onofrio, der u.a. auch aus „Full Metal Jacket“, „Men In Black“ oder der Marvel-Serie „Daredevil: Born Again“ bekannt ist. Dem heute 66-Jährigen gelang die Verwandlung in den berühmten Regisseur höchst überzeugend – doch wer den Film im englischen Originalton schaut, merkt schnell, dass seine Stimme nicht ganz zu ihm passen mag. Der Grund dafür ist, dass Burton mit D'Onofrios Stimme unzufrieden war – und sie nachträglich durch Maurice LaMarche ersetzen ließ, der in Animationsserien wie „Pinky und der Brain“ immer wieder Orson Welles' sonore Stimme imitierte.
Darum ist Vincent D'Onofrio bis heute unzufrieden mit seiner "Ed Wood"-Szene
Rund ein Jahrzehnt nach dem Kinostart von „Ed Wood“ sprach D'Onofrio in einem Interview mit IGN offen über seine Enttäuschung in Bezug auf die Rolle: „Ich war nie zufrieden mit meiner Arbeit, die ich in ‚Ed Wood‘ geleistet habe“, so der „Death Wish“-Darsteller. „Das war nicht das, was ich wollte. Zuerst hat die Produktionsfirma sehr lange gebraucht, um mich zu engagieren, und ich war parallel noch in ein anderes Projekt eingebunden. Schlussendlich blieben mir nur drei Wochen zur Vorbereitung – das hat mich gestört. Aber ich musste mutig sein und mein Bestes geben. Am Ende war [meine Darbietung] viel zu karikaturesk. Ich mochte sie nicht. Es war eine zu oberflächliche Performance.“
Nun muss man fairerweise sagen, dass die Szene mit D'Onofrio als Orson Welles nur wenige Minuten andauert – dem Schauspieler also kaum mehr Möglichkeiten zur Verfügung standen, als die charakteristischen Eigenheiten des „Der dritte Mann“-Stars nachzubilden. Und das hat er ziemlich gut gemacht!
Auch Michael Keaton ist übrigens unglücklich mit seiner Performance in einem Tim-Burton-Film. Mehr erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
"Ich war schlecht": "Beetlejuice"-Star Michael Keaton ist extrem unzufrieden mit seiner Performance in einem anderen Tim-Burton-FilmEin ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer französischen Schwesternseite AlloCiné erschienen.
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