
Die majestätischen Klänge in „Jurassic Park“, die heorisch-epische „Star Wars“-Fanfare oder das magische „Harry Potter“-Glockenspiel aus dem legendären Stück „Hedwigs Theme“. Dies sind nur einige Beispiele für Sounds und Melodien aus der Feder von John Williams, dem größten und erfolgreichsten Komponisten in der Geschichte Hollywoods. Williams' Musik fand Eingang in den Kanon der Popkultur des 20. Jahrhunderts. Ein Mann, der nicht mehr als zwei genial simple Töne benötigte, um das unablässige Gefühl der Bedrohung unter Wasser auf bedrückende Weise auf die Tonspur zu übertragen. Das unbehagliche „Dü-dün, dü-dün“ aus dem „Der weiße Hai“-Thema kennt jede Generation.
In 60 Jahren hat Williams Musik für mehr als 100 Filme komponiert und fünf Oscars für seine u.a. von Brahms und Tschaikowski beeinflussten Kompositionen erhalten. Über 50 Mal wurde der heute 93-Jährige bislang für einen Goldjungen nominiert – nur Mickey-Maus-Schöpfer und Zeichentrick-Visionär Walt Disney steht in dieser „ewigen Bestenliste“ knapp vor ihm. Umso überraschender ist, dass Williams selbst mit dem Genre Filmmusik, das ihm so viele Auszeichnungen einbrachte, ziemlich unnachgiebig ins Gericht geht.
"Filmmusik ist normalerweise nicht gut"
So berichtete der Guardian über ein Interview zwischen dem Filmmusik-Maestro und seinem Biografen Tim Grieving. Williams gab darin ganz freimütig seine persönliche Meinung über jene Kunstform, die ihn berühmt machte, zu Protokoll: „Ich habe Filmmusik nie besonders gemocht.“ Und damit nicht genug. Ebenso fiel Williams' ausführliche Qualitätsanalyse und objektive Bewertung des Genres in seiner Gesamtheit durchaus kritisch aus. „Filmmusik, so gut sie auch sein mag – sie ist es normalerweise nicht, abgesehen vielleicht von ein paar achtminütigen Passagen hier und da. Ich finde […], dass die Musik nicht da ist.“
Darüber hinaus kritisierte er die meisten Scores als „vergänglich“ und „fragmentarisch“. Und fügte an: „Die Vorstellung, dass Filmmusik im Konzertsaal denselben Stellenwert hat wie die beste Musik im Kanon, ist meiner Meinung nach ein Irrglaube.“ Williams zufolge komme Filmmusik, falls sie niemand rekonstruiere, nicht einmal als Konzertstück infrage.
Biograf: "Williams lehnt Filmmusik ab"
Soundtracks und Scores, die sich nicht als Konzertmusik bzw. Orchesterwerke für die Darbietung in Opernhäusern und erhabenen Konzertsälen eignen? Das sehen viele Zuschauer und Filmfans vermutlich etwas anders, denn: Seit Jahren boomen Filmmusik-Konzerte mit den Werken von Hans Zimmer, Ennio Morricone und, ja, natürlich auch mit jenen von John Williams. Die Konzertreihen erfreuen sich weltweit gleichsam bei Freunden klassischer Orchesterwerke wie bei Soundtrack-Liebhabern größter Beliebtheit.
Grieving, dessen Buch „John Williams: A Composer's Life“ voraussichtlich Anfang September erscheint, zeigte sich selbst über Williams harsche Urteile überrascht. Dem Guardian sagte er: „Die Kommentare sind irgendwie schockierend, und sie sind keine falsche Bescheidenheit. Williams […] lehnt ‚Filmmusik‘ im Allgemeinen ab.“
Wie Tim Burton und sein Haus-und-Hof-Komponist Danny Elfman hatte auch Williams stets seinen Lieblings-Regisseur: Steven Spielberg. Gemeinsam arbeiteten die Zwei für weit über 20 Filme zusammen – unter anderem für den 3D-Animationsfilm „Die Abenteuer von Tim und Struppi“. Für Regie-Legende Spielberg zählt übrigens keine Disney-Produktion zu den besten animierten Filmen aller Zeiten. Es ist dieses Werk des japanischen Studios Ghibli, das Spielberg wie keinen anderen Animationsfilm schätzt:
"Besser als jeder Disney-Film": Das ist der vielleicht größte Animationsfilm aller Zeiten – laut Regie-Legende Steven Spielberg!*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.